Eine Auswahl von Wetterregeln


Auffällig ist die große Zahl von Bauernregeln für die Monate Januar, März und Mai/Juni (sie wurden in Form der aussagekräftigsten Formulierungen zusammengefasst), sowie solche zu Terminen wie Mariä Lichtmess (2. Feb., siehe dort) und Georgi/Markus (23./25. April). Darunter sind auch zahlreiche „Lostage“, zum Beispiel 22./25. Jan., 22./24. Feb., 21./25. März, 3./25. Mai, 8./10. Juni und „Siebenschläfer“ 27. Juni.


Januar
Am Neujahrstage Sonnenschein lässt das Jahr uns fruchtbar sein.
War bis zu Dreikönig kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter. (+lokale Varianten)
Ist Dreikönig hell und klar, gibt's guten Wein im neuen Jahr.
Große Kälte am Antoni-Tag nicht sehr lange halten mag. (Antonius = 17.1.)

Februar
Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoch', bleibt er 4 Wochen noch in sei'm Loch! Doch:
Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
Hat der Valentin Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser. (Valentin = 14.2.)
Hat Petri Stuhlfeier noch Eis und viel Ost, dann bringt der Feber noch starken Frost.

März
Märzen-Schnee tut den Saaten weh.
Gibt's im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.
Soll das Korn gar üppig stehen, so soll man es an St. Benedikt säen. (Benedikt = 21.3.)
Mariä Verkündung hell und klar, ist ein Segen fürs ganze Jahr. (Verkündigung = 25.3.)
Ist zu Rupert der Himmel rein, wird er's auch im Juli sein. (Rupert = 27.3.)

April
April macht das, was er will.
Wenn der April bläst in's Horn, steht es gut um Heu und Korn.
War's an Ambrosius schön und rein, wird's an Florian um so wilder sein. (4.4. / 4.5.)
Ezechiel, mach schnell, mach's fein, tu deinen Lein' ins Geld hinein. (zur Lein-Aussaat 10. April)
Hört Waltraud nicht den Kuckuck schrein, dann muss er wohl erfroren sein. (erinnerlich; 9. April)

Mai
Mairegen bringt Segen.
Ein Bienenschwarm im Mai ist wert ein Fuder Heu.
Wenn Tränen weint der Stanislaus, werden blanke Heller draus. (Stanislaus = 7.5.; Heller = Silbermünze)
Pankraz, Servaz, Bonifazi, drei frostige Lumpazi. (= Eisheilige, 12.–14. Mai)
Heiliger Nepomuk, treib' uns die Wassergüss' zuruck! (Joh.Nepomuk = 16.5.)

Juni
Menschensinn und Juniwind ändern sich oft sehr geschwind.
Gibt's im Juni Donnerwetter, wird g'wiss das Getreide fetter.
An St. Medardus wird ausgemacht, ob 40 Tage die Sonne lacht. (Medardus = 8.6.)
Hat Margret keinen Sonnenschein, dann kommt das Heu nie trocken rein. (Margret = 10.6.)
Wenn St. Barnabas bringt Regen, dann gibt's reichen Traubensegen. (Barnabas = 11.6.)
Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag. (Siebenschläfer = 27.6.)
Funkeln heut' die Stern', spielt bald der Wind den Herrn. (siehe auch Szintillation)

Juli
Bringt der Juli heiße Glut, gerät auch der September gut.
Maria Heimsuch wird’s bestellt, wie’s Wetter vierzig Tag sich hält. (Mariä Heimsuchung = 2.7.)
Wie’s Wetter an St. Margaret, dasselbe noch vier Wochen steht. (Margareta = 13.7.; alte Erfahrung mit sommerlichen Hoch/Tiefdrucklagen, oft „verregneter Urlaub“)

August
Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft. Jedoch:
Stellt im August sich Regen ein, so regnet's Honig und guten Wein.
Hitze an St. Dominikus – ein strenger Winter kommen muss (Dominikus = 4./8.8.)
Wie das Wetter an Kassian, hält es viele Tage an (Kassian = 13.8.; siehe auch Anmerkung Wetterlage 13. Juli)

September
Am feinem Septemberregen ist dem Bauer gelegen.
Wenn im September die Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.
Wie das Wetter am Magnustag, so es vier Wochen bleiben mag. (Magnus = 6.9.)
Maria Geburt fliegen die Schwalben fort (Ma.Geburt = 8.9.)
Matthäus, wenn er weint statt lacht, Essig aus dem Wein er macht. (Matthäus = 21.9.)

Oktober
Viel Oktober-Regen ist für die Felder ein Segen.
Regnet's an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss. (Dionysus = 9.10.)
Ursula bringt's Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda drein. (21./ 28.10.)
Mit Crispin sind alle Fliegen hin. (Crispin = 25.10.)
Sankt Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voller Segen. (31.10.)

November
Je mehr Schnee im November fällt, desto fruchtbarer wird das Feld.
Hat der November einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Bringt Allerheiligen (01.11.) einen Winter, so bringt Martini (11.11.) einen Sommer
Ist es um Martini trüb, wird der Winter lind und lieb. (Martin = 11.11.)

Dezember
Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.
Dezember mild, mit vielem Regen, ist für die Saat kein großer Segen.
Fließt im Dezember noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
Weihnacht im Schnee – Ostern im Klee.
Aufs Wetter gib wohl acht von Christtag bis Dreikönigsnacht (6.1.), es zeigt dir, was das Jahr dann wacht.


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